HoPo brennt für euch!

 

Hochschulpolitik brennt für Euch !

 

Welches Problem haben wir?

Seit einigen Jahren nimmt die Anzahl von ehrenamtlich engagierten Studierenden in den hochschulpolitischen Parlamenten, Listen, Gremien und auch in den Fachschaften an den Hochschulen Deutschlands ab. Die dahinschwindende studentische Beteiligung in der Hochschulpolitik schlägt sich zum Einem in einem ergrauenden, weniger originellen und innovativen Campusleben nieder. Zum Anderen macht sich dies aber auch in der stetig sinkenden Wahlbeteiligung an vielen Universitäten in Deutschland bemerkbar. Lag beispielsweise bei der ersten Wahl des Studierendenparlamentes im Jahr 1967 die Wahlbeteiligung noch bei 54,1%, nahm sie seitdem stetig ab und erreichte im Jahr 2016 nur noch erschreckende 10,29 %. Noch düsterer zeichnet sich das Bild bei Fakultäts- und Senatswahlen ab. Dort machen regelmäßig lediglich 2-4 % der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Ein Kernproblem ist, dass viele Student*innen gar nicht wissen, welche Inhalte, Chancen, wertvolle Erfahrungen und gestalterischen Möglichkeiten ihnen die Hochschulpolitik bietet und welche Wichtigkeit sie hat, um Dinge auf dem Campus bewegen, verändern und verbessern zu können. Viele Studierende haben allgemein Berührungsängste mit dem Bereich. Dies könnte daran liegen, dass ihnen diese Thematik in der Schulzeit nicht ausreichend nahegebracht wird. Gleichzeitig wird ein Ausblick auf den universitären Bereich gewährt. Zusätzlich bewirken gesellschaftlich prägende Faktoren, dass die Hemmungen, sich außerhalb des Studiums zu engagieren, weiter steigen. Dazu zählen Aspekte wie die derzeitige Leistungsgesellschaft (d.h. eine möglichst schnelle Verfügbarkeit auf dem Arbeitsmarkt) und der damit verbundene Druck seitens des Staates und des sozialen Umfeldes, die zeitlich knappe Bemessung der Regelstudienzeit gekoppelt mit der Angst vor vorzeitig endenden BAföG-Bezügen und eine Laissez-faire Haltung gegenüber der Hochschulpolitik. Zudem gibt es mobile und zeitliche Probleme, die Pendleruniversitäten mit sich bringen sowie die von einigen Fakultäten aufgebaute Drohkulisse, den Fokus lediglich auf das Fachstudium zu legen und eine grundsätzliche Politikverdrossenheit. Weiterhin werden insbesondere Erstsemester zu Beginn ihres Studiums mit so vielen Informationen, Eindrücken und Veränderungen konfrontiert, dass keine Kapazitäten für Informationen über die Hochschulpolitik verbleiben.

Zusammengefasst: Fast jeder Studierende bemerkt im Laufe seines Studiums Missstände auf dem Campus und in der Lehre, jedoch werden die wenigsten von ihnen motiviert, selber Impulse zu setzen, um diese zu beseitigen und positiv auf den Campus einzuwirken. Diejenigen Studierenden, die ein Interesse an der Umsetzung ihrer hochschulpolitischen Ideen haben, finden aber entweder im Rahmen ihres Studiums nicht die erforderlichen Freiräume, um sich mit dieser Thematik zu beschäftigen und sich selbst zu engagieren. Oft wissen sie nicht, an wen sie sich zur Durchsetzung oder Unterstützung ihrer Vorstellungen wenden können.

 Warum ist das ein Problem?

Die sich derzeitig abzeichnende Entwicklung stellt ein großes Problem für die Studierendenschaft dar. Im Rahmen der Besetzung der hochschulpolitischen Gremien haben alle Statusgruppen das gleiche Stimmgewicht. Es ist essentiell, dass die studentische Sicht von dem Rektorat, der Universitätsverwaltung und den Dekanaten gehört wird. Die Entscheidungen, die dort getroffen werden, wirken sich auf das Campusleben und das Studiums eines jeden Studierenden aus! Dafür ist es unverzichtbar, dass neue Impulse seitens der Studierendenschaft gegeben werden, Missstände aufgezeigt und gegen Pläne, die aus studentischer Sicht problematisch erscheinen, vorgegangen wird. Die Partizipationsmöglichkeiten sollten wahrgenommen werden, um ein starkes studentisches Gegengewicht zu erreichen.

 

Was ist unser Ziel?

Wir möchten die Studenten*innen informieren und darüber aufklären, welche Bedeutung die Hochschulpolitik hat und ihnen ihre Möglichkeiten zum Engagement aufzeigen. Hochschulpolitik geht jeden Einzelnen von uns etwas an! Dafür möchten wir ein Bewusstsein schaffen und verankern. Deshalb möchten wir sie motivieren, aktiv ihre Stimme bei Wahlen zu nutzen und sich im Rahmen ihrer Kapazitäten zu engagieren. Außerdem muss sich auf universitärer Ebene stärker dafür eingesetzt werden, dass alle Studierende innerhalb ihres Studiums Freiräume haben, die sie für ein ehrenamtliches Engagement nutzen können, ohne dabei Nachteile während ihres Studiums zu erleiden. Dafür muss auch Raum in den Prüfungsordnungen geschaffen werden.

Die Gestaltung des Lebensraumes Campus, auf dem wir jahrelang einen Großteil unserer Zeit verbringen, sollte auch maßgeblich von uns Studierenden geprägt werden. Die Vielfalt von Chancen, die die Hochschulpolitik auch zur persönlichen Weiterentwicklung und campusweite Selbstverwirklichung bietet, sollte jedem Studierenden aufgezeigt werden.

  

Die Hochschulpolitik brennt für Euch!

und dieses Feuer möchten wir endlich wieder bei möglichst vielen Studierenden entfachen!

 

Wen wollen wir erreichen?

Hochschulpolitik braucht eine starke studentische Beteiligung und profitiert erheblich von einer solchen. Mit unserer Kampagne wollen wir insbesondere die Student*innen der Ruhr-Universität-Bochum motivieren, sich für eine lebendige Gestaltung der Hochschulpolitik und des Campuslebens einzusetzen und ihre Stimme während der Senats- und Studierendenparlamentswahlen zu nutzen.  Wir möchten uns landes- und bundesweit vernetzen, um möglichst viele Menschen zu erreichen sowie die Medien auf die Problematik hinzuweisen. Dies bietet die Gelegenheit, gemeinsam neue Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln und umzusetzen.

 

Was tun wir?

Zunächst möchten wir uns demnächst im AusländerInnen Zentrum der Ruhr-Universität zu einem ersten Treffen mit euch zusammenfinden. Jede/r Interessierte wird dazu herzlich eingeladen und wird gerne gesehen! Dort wollen wir evaluieren, warum es kaum noch engagierte Student*innen gibt und wo die Hemmungen und Berührungsängste verankert sind, sich mit Politik auf dem Campus zu beschäftigen. Dies ermöglicht es, Lösungsansätze zu entwickeln. Ziel unseres Treffens ist es, die Kernprobleme zu isolieren und neue Impulse zu entwickeln, um diese zu lösen. Dafür würden wir uns wünschen, dass sich am Ende unseres AG-Treffens verschiedene Teams mit motivierten Menschen zusammenfinden, die sich jeweils mit einem Lösungsansatz/einer Idee beschäftigen und diese im Laufe des Jahres gemeinsam mit uns umsetzen. Dabei soll es im Idealfall über das Jahr verteilt immer wieder viele kleine Aktionen geben (die hier angekündigt werden). Unser gemeinsames Minimalziel sollte es sein, die Wichtigkeit von Hochschulpolitik fest in den Köpfen der Studierenden zu verankern: Hochschulpolitik brennt für Euch!                 

Und zwar so, dass jeder Studierende bereit ist, sich zu informieren und von seinem Mitbestimmungsrecht und seiner Stimme sowohl im universitären Alltag, als auch während einer (universitären) Wahl Gebrauch macht.

 Für weitere Rückfragen oder Anregungen könnt ihr euch jederzeit an uns wenden:

hopo@asta-bochum.de