VW, Komplize der Militärdiktatur in Brasilien ?

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Wie die Recherchen von NDR, SWR und Süddeutscher Zeitung im Juli aufgedeckt haben, hat der Volkswagen-Konzern sich in der Zeit der brasilianischen Militärdiktatur offenbar aktiv an politischer Verfolgung und Unterdrückung von Regime-Gegnern beteiligt.

Die brasilianische VW-Tochter Volkswagen do Brasil hat demnach die eigenen Mitarbeiter und deren politische Gesinnung ausgespäht. Diese Informationen landeten, beispielsweise in Form von schwarzen Listen, bei der Politischen Polizei der Militärmachthaber. Dafür zuständig war den Recherchen zufolge der VW-Werkschutz, die Sicherheitsabteilung des Konzerns. Das Militär beherrschte Brasilien von 1964 bis 1985.

Die Konzernzentrale in Wolfsburg will sich bislang nicht inhaltlich zu den Vorwürfen äußern und verweist auf ein Gutachten, das bei dem Historiker Prof. Dr. Christopher Kopper von der Uni Bielefeld in Auftrag gegeben wurde. Dieser wird an der Ruhr Universität Bochum seine Ergebnisse vorstellen.