Kulturprogramm. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, sich regelmäßig die Hände zu waschen (aber eigentlich immer). Was Ihr machen könnt, wenn die Seife im Supermarkt mal wieder vergriffen ist, könnt Ihr hier lernen.

Digital geht alles? Nicht ganz, aber manches muss zurzeit einfach digital sein. Das dachten sich auch die Menschen vom KESI-Referat (:bsz 1259) und haben sich verschiedene Angebote überlegt, damit Ihr auch jetzt ein Kulturprogramm „an“ der RUB angeboten bekommen könnt. Eins dieser Angebote ist ein DIY-Workshop per Zoom, bei dem Euch beigebracht wird, wie Ihr selbst Seife herstellen könnt. Am 5. August fand bereits der erste Termin des digitalen Seifenworkshops statt. Und die Nachfrage ist überraschend groß, auch für die Veranstalter:innen.
Am 20. August findet der nächste Termin um 17 Uhr im AZ statt, ein weiterer am 27. August, beide sind jedoch bereits ausgebucht. Ab Mitte September sind allerdings weitere Termine vorgesehen. Doch wie läuft dieser digitale DIY-Workshop eigentlich ab? Studierenden, die sich für diesen Workshop angemeldet haben, wird vor dem jeweiligen Termin ein Päckchen zugeschickt, mit dem nötigen Material zum Do it Yourself-Seifenprojekt. Enthalten sind Zutaten für eine Person und noch etwas mehr Material. Silikonförmchen/Seifenfarbe/Zusätze (getrocknet) und Duft werden dabei randomisiert rausgeschickt. Das überschüssige Material dürft Ihr dabei natürlich behalten und privat für die Seifenherstellung benutzen. Das DIY-Päckchen erhaltet Ihr kostenfrei per DHL, und das nötige Know-How für die Herstellung erhaltet Ihr in einer knappen Workshop-Stunde, bequem per Zoom. Derzeit werde ebenso ein DIY für Lippenpflege geplant. Wer sich also für den Seifen oder Lippenpflege DIY-Workshop interessiert, sollte im September die Augen offenhalten. Nach der Bekanntgabe der Termine könnt Ihr eine Mail an oeko@asta-bochum.de schicken, um Euch anzumelden. Wenn noch Plätze frei sind, bekommt Ihr zügig eine Bestätigung. Falls alles ausgebucht ist, natürlich eine Absage. Da, aufgrund der Komplexität und des Aufwands dieses Angebots, nur begrenzt Plätze zur Verfügung gestellt werden können, gilt die Regel: Wer sich zuerst anmeldet, mahlt zuerst.

:Christian Feras Kaddoura

Artikel auf der BSZ-Seite:
https://www.bszonline.de/artikel/diy-f%C3%BCr-daheim-%E2%80%93-seifenworkshop-f%C3%BCr-rub%E2%80%99lerinnen

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Fachschaften. Dieses Semester war kein leichtes, auch für die Fachschaftsräte. Was die Probleme dieses Semesters waren und was man verbessern kann in Hinsicht auf das neue Semester, erfahrt ihr hier.

Eine globale Pandemie verursacht durch das Virus Covid-19, ein Hackerangriff auf die Universitätsserver, der kurze Zeit das gesamte Onlinesemester lahmlegte, und die generellen Probleme, die mit der ehrenamtlichen Teilnahme an den verschiedenen Fachschaftsräten einhergehen, machten das Sommersemester 2020 zu einem besonders schweren. Angefangen mit der Kommunikation untereinander sowie der Kommunikation mit dem AStA. Diese war durch die gegebenen Umstände eine der größeren Hürden – zumindest lässt sich das aus ein paar Stimmen aus verschiedenen Fachschaftsräten heraushören. Die Probleme sind nicht sonderlich brisant, haben aber zur Folge, dass durch Nutzung unterschiedlicher Kommunikationswege, viele Gespräche nicht geführt werden konnten oder Anträge verloren gegangen sind. Die Zusammenarbeit der FSRe untereinander war nur bedingt möglich, da zum Beispiel nach dem Hackerangriff auf die Universitätsserver Passwörter nicht geändert wurden oder generelle Kommunikation dezentralisiert verlief. Die einen benutzten Discord, die anderen Zoom und eine wirkliche Basis zum Austausch fehlte einfach.

Wo wir beim Problem des Ehrenamts wären. Dass das Amt des Fachschaftsrates ehrenamtlich ist, ist eine gute Idee. So kann sichergestellt werden, dass die jeweiligen Studierenden im reinen Interesse der Studierendenschaft handeln und nicht aus anderen Motivationen heraus. Dennoch macht es die Gesamtsituation nicht einfacher für eine Person, die neben eventuellem Nebenjob und Studium, dazu noch in der eigenen Fachschaft aktiv ist und in Zeiten des Onlinesemesters noch mehr Arbeit in ein bereits sehr arbeitsintensives Feld reinstecken muss. Dass in vielen Sitzungen nur knapp die Hälfte der Leute anwesend waren, die hätten anwesend sein müssen, um gewisse Dinge entscheiden zu können, ist daher irgendwo verständlich, aber auch damit verbunden, dass die Fachschaften in ihren Sitzungen wenig erreichen konnten und sich im Grunde selbst behindert haben – zumindest lassen das die Stimmen aus den verschiedenen Räten so vermuten. Es gab also auch das Problem der Beteiligung der jeweilig aktiven Mitglieder der FSRe. Dennoch lässt sich auch langsam erkennen, dass mit der Einkehr einer gewissen Routine die Beteiligung an diesem Amt auch wieder steigt. Was lässt sich also für die Zukunft sagen?

Vielleicht ist die Lösung eine Neustrukturierung der Fachschaften. Angefangen mit der Kommunikation, aber auch wie kommuniziert wird. Eine einheitliche Plattform für alle, um unnötige Problematiken zu vermeiden und dazu alte Traditionen und Strukturen vereinzelter Fachschaften fürs erste nach hinten stellen. Vielleicht aber auch eine verbesserte Kommunikation zu den jeweiligen Institutionen der Universität und ihrer Verwaltung, die den jeweiligen Fachschaften in dieser Krise gewisse Räumlichkeiten zur Verfügung stellen könnten und somit die Handlungsfähigkeit des FSR verbessern könnten. Die Verantwortung, ein faires Semester für alle Studierenden im Wintersemester 2020 zu bereiten, liegt in der künftigen Zusammenarbeit zwischen den von den Studierenden gewählten Institutionen und den von der Universität gegebenen Institutionen. Wie das Ganze auszusehen hat, ist schwer abzusehen, erscheint jedoch nicht unmöglich und kann zu einem besseren Umfeld für alle Studierenden führen.

:Gerit Höller

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Wirtschaft. Die Corona-Pandemie und die fehlenden Studierenden hinterlassen ihre Spuren bei den Läden in Uninähe – nun muss sich etwas ändern.

Es ist für gewöhnlich eines der ersten Dinge, das einem als Ersti auf dem Campus vorgestellt wird: Das Campus-Center. Täglicher Begleiter für G-Studis und Ort der Pilgerreise für N- und I- Studis, sticht sein misswillig-zweckmäßiger Anblick selbst auf einem Campus hervor, der damit selbst nicht geizt. Doch vielleicht nicht mehr lange. Denn ohne Studis auch keine Umsätze. Auch Geschäfte wie die Unibuchhandlung Schaten sind fester Bestandteil des Campuslebens und stehen kurz vor dem Aus.

Aber auch das Kulturreferat oder studentische Projekte wie eine inklusive Modenschau sind feste Bestandteile des Campuslebens. Und wenn wir ein wenig herauszoomen und den Blick auf Bochum ausweiten, sehen wir, dass die ganze Stadt trotz ihrer misswillig-zweckmäßigen Anmutung ein lebenswerter Fleck ist. Doch wofür Bochum kein einfaches Leben bietet: Autos und Nazis!

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Interview. Immer wieder Referate an der Uni? Aber das hier könnte Euch gefallen! Wer dafür sorgt, dass trotz Corona noch etwas Uni-Leben stattfindet? Unter anderem das Kulturreferat der RUB! Wir haben mit Referentin Yara gesprochen.

:bsz: Hey, Yara! Aus wem besteht eigentlich das Referat für Kultur und Internationalismus und was macht ihr eigentlich?

Yara Mattes: Wir sind relativ viele, da Sport und E-Sports wieder offiziell in Kultur zurück gegliedert wurden. Wir nennen uns jetzt intern KESI. Kultur, E-Sports, Sport und International. Wir sind eigentlich für alle internationalen, kulturellen Veranstaltungen der Studierendenschaft auf dem Campus verantwortlich, inklusive dem Sommerfest, Iftar – Das sind unsere größten Veranstaltungen – die ja leider dieses Jahr ausgefallen sind. Letztes Jahr haben wir ja beispielsweise angefangen eine Fandom-Quizreihe zu machen. Das war (quasi) mein kleines Baby. Dann noch Poetry-Slams; früher waren auch Comedy-Slams dabei, die dann leider so nicht mehr stattfinden konnten, weil die Leute zu teuer geworden sind. Die sind dann irgendwann berühmt geworden! Die Leute von RebellComedy waren damals da und dann sind sie bekannt geworden. Und dann wurd‘s teuer. Und die Zeit fehlte dann auch.
Das E-Sports macht seine Veranstaltungen. Wir versuchen den Campus attraktiver zu machen. Das ist natürlich in Corona-Zeiten schwierig.

Wie viel Handlungsspielraum habt ihr denn? Konntet ihr über das Corona-Semester überhaupt Veranstaltungen anbieten?

Naja, es geht. Ich hab‘ das Gefühl wir hatten die Chance auch mehr; also zum Beispiel ich und Anne, aus unserem Referat, haben einen Häkelkurs angeboten an der Uni. Das war ein offenes Treffen und da waren vielleicht drei, vier Leute. Das war nichts Großes, wir waren sogar draußen und haben uns gedacht: „Okay, es ist Sommer, wir stellen einfach ein paar Bänke vor das KulturCafé.“ Wir waren wirklich nicht viele Leute; wir konnten Abstand einhalten und alles und trotzdem kam dann die Nachricht von der UV (Univerwaltung): „Nee, ist jetzt doch zu gefährlich.“ Wir haben erst gefragt, ob wir dürfen, dann wurde uns gesagt: „Okay, unter Einhalt der Regelungen kein Problem. Ist durchführbar.“ Und dann: „Okay, dürft ihr jetzt doch nicht mehr; ist doch zu gefährlich“.
Ist dann natürlich ätzend, wenn man sieht, was die Uni macht. Ich glaube deren Tanzkurse finden wieder statt, aber wir dürfen unsere Häkeltreffen nicht mehr machen.
Wir haben uns ein paar Onlineformate angeguckt, beispielsweise vom Boskop, aber bei uns geht es viel um die persönliche Komponente; dass man vor Ort ist, dass man Leute kennenlernt, dass man Studis zum Campus holt.
Jetzt haben wir uns aber ein Internationales Projekt überlegt, das wir digital machen können.

Wie sieht dieses Internationale Projekt aus?

Da haben wir schon viele Rückmeldungen. Da geht es um Rassismus am Campus. Studierende können anonym – oder auch per Mail – berichten, was ihnen widerfahren ist; sei es mit Dozent:innen oder Kommiliton:innen; Alltagsrassismus einfach. Und wir haben ein paar Einsendungen und wollen daraus ein Videoformat machen, um zum Nachdenken anzuregen. Man denkt ja immer so: „Ach, Campus; weltoffen; hier passiert sowas ja nicht.“
Wir wollen mit Berichten aus dem Umfeld beginnen, damit das Projekt anlaufen kann. Wir werden die Berichte dann beispielsweise vorlesen, aber immer ohne Namen und/oder Studiengang der Betroffenen.

Hat Euer Projekt auch etwas mit der neuen Regelung zu religiösen Feiertagen – und den verbundenen Befürchtungen der nachteiligen Behandlungen bei Nachschreibeterminen – zu tun?

Nee. Die Idee gibt es schon länger, aber das kam jetzt noch dazu. Wir finden die Regelung gut und ganz toll; zwei von uns (Anm. d. Red.: Die internationale Liste) haben im Senat auch dafür gestimmt. Aber einige bei der internationalen Liste haben die Befürchtung, dass beispielweise, wenn der Dozent nicht weiß, dass man Moslem ist (und es dadurch erfährt) sie vielleicht dadurch schlechter behandelt werden. Dass vielleicht dadurch ganz viele das sogar nicht in Anspruch nehmen würden, weil sie die Befürchtung haben, danach anders behandelt zu werden.
Deswegen wollen wir über den AStA den Antrag machen, dass man das über uns als Stelle weiterleitet: „Da ist ein Feiertag lieber Dozent, könnten Sie bitte versuchen Ihre Klausur doch noch um einen Tag zu verschieben?“ So ähnlich. Wir wollen versuchen die Anonymitätsgrenze zu wahren. Aber das ist noch nicht ganz durchgesprochen, das ist erst mal nur ein Vorschlag von ein paar Leuten von uns. Wie gesagt, wir finden es echt super, dass das jetzt möglich ist, aber wir haben ein wenig Angst, dass das jetzt die Tür für Diskriminierung einen Spalt aufmacht. Wenn man aber sagt [dieser Feiertag] ist mir wichtig – man möchte aber nicht sagen, welcher Religion man zugehörig ist – dann muss man für die Student:innen als AStA auch versuchen einzustehen. Zumindest muss man Lösungsmodelle anbieten und das für jede:n einfach und niedrigschwellig wie möglich machen. Ich finde bei Religionsfreiheit müssten Hürden nicht groß sein.

Ihr habt ja jetzt auch den Gender-Doppelpunkt eingeführt, um größere Inklusion zu gewährleisten!

Ja! Das war auch ein bisschen ein harter Kampf. Die Sache ist, das ist halt noch super unbekannt und es ist unglaublich schwierig, dafür Quellen zu finden. Die Quellen, die ich dazu immer gefunden hatte, waren Journalist:innen auf Twitter. Klar, im Endeffekt kann man sich ein Sprachausgabe-Programm runterladen und das einfach selber hören. Und das haben die anderen Referent:innen dann auch gemacht; für gut befunden; und durchgestimmt. Klar, die Umgewöhnung ist schwierig. Aber es hat halt kein Grund dagegengesprochen und hat sogar den Vorteil inklusiver zu sein.

Das Gespräch führte :Christian Feras Kaddoura

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International. Der Plan der US-Regierung, Studierende aus dem Ausland auszuweisen, ist vom Tisch. Hochschulen wie Harvard und das MIT hatten dagegen geklagt.

Anfang Juli hatte die US-Einwanderungsbehörde ICE die heftig kritisierte Regelung angekündigt, wonach ausländische Studierende, die im kommenden Wintersemester an amerikanischen Hochschulen studieren und ausschließlich Online-Kurse belegen, aus dem Land ausgewiesen werden sollen. Nach der Bekanntgabe hatten die Universitäten Harvard und MIT gegen die geplanten Maßnahmen geklagt. Mehr als 180 andere Universitäten im ganzen Land sowie 26 Städte und Bezirke schlossen sich der Klage an. Zudem gingen 17 Bundesstaaten und Washington D.C. mit juristischen Mitteln gegen die Regelung vor. Beobachter:innen vermuteten, die Pläne sollten die Universitäten der USA dazu drängen, zur Präsenzlehre zurückzukehren. Aufgrund der Corona-Pandemie war das Universitätsleben vom Campus zu Online-Kursen verlegt worden.
Neben den juristischen Folgen hagelte es auch viel Kritik für die Pläne der Regierung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Die Verunsicherung bei ausländischen Studierenden war zudem groß. So hatten deutsche Student:innen in den USA die Bundesregierung um Unterstützung gebeten. In einem offenen Brief forderten aktuelle, künftige und ehemalige Studierende aus Deutschland, die in den USA studieren oder studiert hatten, die Bundesregierung dazu auf, gegen die Visabestimmungen und geplanten Ausweisungen der amerikanischen Regierung entschieden entgegenzutreten.

Vor allem die Kurzfristigkeit, mit der sie auf die neuen Bestimmungen reagieren sollten, waren Anstoß zum Aufschrei. Internationale, deren Universitäten nur Online-Lehre anbieten, sollten zu einer Universität mit Präsenzlehre wechseln. Dies sei in so kurzer Zeit nicht mehr zu organisieren, außerdem hätten sich viele Nicht-Amerikaner:innen unter hohem Aufwand darum bemüht, an einer amerikanischen Hochschule angenommen zu werden. Aufgrund der Ankündigung hatten unter anderem auch deutsche Hochschulen ihre internationalen Austauschprogramme erst einmal ausgesetzt. Der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, Joybrato Mukherjee, kritisierte die Regierung Trumps explizit: Die „Administration setzt damit ihre in jeder Hinsicht schädliche Abschottungs- und Ausgrenzungsagenda fort“. Verschärft wurde die Verunsicherung vieler Studierender durch die Tatsache, dass viele Universitäten noch nicht konkret entschieden haben, wie die Lehre im Wintersemester ablaufen soll.
Nun ist diese geplante Regelung aber wohl vom Tisch. Aus dem Protokoll einer Anhörung eines Bundesgerichts in Boston, bei dem es um die Maßnahmen ging, geht hervor, dass die US-Regierung von den Plänen Abstand nimmt. So heißt es, dass die Maßnahmen, die zur Ausweisung von ausländischen Studierenden geführt hätten, verworfen werden und die Regelung von Anfang März weiter gelten würden. Diese erlaubten internationalen Studierenden in den USA ausdrücklich, während der Pandemie ausschließlich Online-Kurse zu belegen.
Neben den Studierenden, die jetzt wieder Planungssicherheit haben und ihr Studium fürs Erste fortsetzen dürfen, können auch die Hochschulen aufatmen. Mit dem Kippen der Regelung bleiben ihnen finanzielle Einbußen erspart, denn ausländische Studierende zahlen in der Regel die höchsten Studiengebühren.

:Philipp Kubu

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Hochschulpolitik. Bei der vergangenen Sitzung des Studierendenparlaments wurden gleich mehrere Anträge beschlossen – unter anderem entsteht bald eine Kooperation zwischen dem AStA und der Stadtbücherei Bochum.

Auch Studierende der RUB werden bald Zugriff auf die Angebote der Stadtbibliothek Bochum erhalten, die regulär einen Mitgliedsbeitrag von 30 Euro jährlich ausmachen würden. Für einen Beitrag von 15 Cent pro Student:in können damit zukünftig alle Ausleihangebote der sieben Zweigstellen der Bibliothek genutzt werden, was neben Büchern, eBooks, Zeitschriften und Zeitungen auch Konsolenspiele, VR-Spiele, 4k Filme, Mangas und Comics beinhaltet. Außerdem wird es, ähnlich wie bei der Theaterflatrate, ein Karten-Kontingent für RUB-Studierende geben, womit diese kostenlos in Veranstaltungen hinein kommen können, die einen Eintrittspreis haben. In der Abstimmung, bei der die Parlamentarier:innen mit 30 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen den Antrag bestätigten, beauftragte das StuPa den AStA nun mit der genauen Aushandlung des Vertrags.
Neben der Stadtbücherei-Kooperation beschloss das StuPa außerdem zwei Anträge des AStA. Beim ersten handelt es sich um eine Erweiterung des AIDA-Zeiterfassungssystems, mit dem die Arbeitszeiten der AStA-Angestellten protokolliert werden. Der Europäische Gerichtshofs urteilte im vergangenen Jahr, dass Arbeitgeber:innen künftig die Arbeitszeiten ihrer Mitarbeiter:innen genauer protokollieren müssen. Kritik zur Wahl des Anbieters AIDA gab es aus der Opposition. So schreibt die Liste GRAS (Grüne & Alternative Studierende): „Nach kurzer Recherche haben wir bereits mehrere Opensource-basierte Zeiterfassungsprogramme gefunden, die sich kostengünstig einsetzen ließen. Solche hätten unserer Meinung nach in einen Angebotsvergleich gehört.“
Beim zweiten Antrag wurde eine Versicherung für den sogenannten „Glaskasten“ gegenüber von der Universitätsbibliothek bestätigt. Künftig nutzt der AStA die Räumlichkeiten für eine Fahrradwerkstatt sowie als Lagerraum.

Auch die Kontroverse zur Statusänderung des AStA im Landes-Asten-Treffen (LAT) sorgte erneut für Gesprächsstoff. Insbesondere fragten einige Parlamentarier:innen, weshalb der AStA-Vorsitz die Einstellung der Beitragszahlungen bereits am 5. Mai über den LAT-Emailverteiler bekannt gaben, der Beschluss darüber jedoch erst in einer AStA-Sitzung am 7. Mai als Nachbeschluss gefasst wurde. AStA-Vorsitz Ron Agethen äußerte sich dazu: „Die Frist musste eingehalten werden. Die Mehrheit wurde natürlich schon abgefragt. Das Meinungsbild war klar und das wurde in dem Protokoll nochmal festgehalten.“. Zuspruch für die Statusänderung erhielt der AStA durch den RCDS. Gegenüber der :bsz sagte Parlamentarier Felix Käppel: „Während sich bei der letzten Sitzung alle Listen einig waren, dass eine Vertretung der Studentenschaften auf Landesebene wichtig ist, stellen wir als RCDS an diese Vertretung offenbar höhere Ansprüche als dies die linken Listen in der Opposition tun.“ So sei die Substanz und Effektivität der Arbeit des LAT ungenügend gewesen, was sich unter anderem daran gezeigt habe, dass die durch das LAT geführte Kritik am Hochschulgesetz, das vergangenes Jahr beschlossen wurde, zu keinen Änderungen am Gesetz führte. Die Liste GRAS kritisiert die Entscheidung weiterhin. So sei es „politisch unhaltbar eine solche gravierende Entscheidung ohne Legitimation durch das Studierendenparlament zu treffen.“

:Stefan Moll, zusätzliche Arbeit durch :Jan-Krischan Spohr

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Glauben. Mit einem Senatsbeschluss führt die RUB als erste deutsche Uni eine Regelung zur Freistellung von allen Religionsangehörigen bei Klausuren ein.

Als „Bundesweit vorbildhaft“ bezeichnet die RUB die Resolution, die der Senat am 9. Juli beschloss. „Ich freue mich ganz besonders, dass dieser Entschluss nach langer Diskussion mit allen Senatsgruppen und dem Rektorat einstimmig gefällt wurde. Die RUB geht damit als religionssensible und Diversität achtende Universität bundesweit vorbildhaft voran“, sagt die Senatorin und Professorin für evangelische Theologie, Isolde Karle. Mit der Regelung bekennt sich die RUB dazu, künftig Prüfungstermine so zu legen, dass sie nicht mit religiösen Arbeitsverboten kollidieren. Sollte dies dennoch der Fall sein, können Studierende rechtzeitig den Prüfenden oder den Prüfungsausschuss über den Konflikt in Kenntnis setzen. Dann kann für die Studierenden ein Ausweichtermin ermöglicht werden, allerdings nur, wenn sie einen Nachweis zur Teilnahme an einer religiösen Feier oder eines religiösen Arbeitsverbots darlegen. Der bürokratische Prozess dazu wird derzeit ausgearbeitet. Diese Regelung sorgte für Fragen, da nicht klar sei, was als Nachweis gelte. In den sozialen Medien kamen von Nutzer:innen jedoch Zweifel auf, ob alle Professor:innen auf die Regelungen Rücksicht nähmen. Es könnten beispielsweise schwierigere Klausuren für Ausweichtermine gestellt werden oder Studierende könnten aufgrund solcher Befürchtungen den Senatsbeschluss nicht geltend machen.

Prof. Isolde Karle brachte die Regelung auf den Weg, nachdem Dr. Michael Blume – der Antisemitismusbeauftrage des Landes Baden-Württembergs – im Dezember 2019 einen Vortrag an der RUB hielt (:bsz 1236). Als konkreten Vorschlag, was die Universität zur Unterstützung jüdischer Personen unternehmen könne, merkte Grünen-Politiker Volker Beck an, dass die Überschneidung von Prüfungen und religiösen Arbeitsverboten schon lange ein Problem für orthodoxe Juden und Jüdinnen sei. „In der weiteren Debatte haben wir später das Anliegen und den Text dann aber bewusst ganz offen formuliert“, sagt Isolde Karle. Daher betrifft die Regelung nun nicht nur Menschen jüdischen Glaubens, sondern alle Religionsgemeinschaften.

:Stefan Moll

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